Aktuelles
Grosse Rochade bei der Bürgergemeinde
Die Flüelerinnen und Flüeler wählten an der Jahresversammlung der Bürgergemeinde zwei Frauen neu in den Bürgerrat. Zudem übergab Hermann Herger das Präsidium an Elias Bricker.
Am Mittwochabend, 29. April 2026, fand im Forstwerkhof Flüelen die jährliche Bürgerversammlung der Korporationsbürgergemeinde Flüelen statt. Präsident Hermann Herger konnte zahlreiche interessierte Personen sowie einige Gäste zur Versammlung und zum anschliessenden Imbiss begrüssen.
Im Zentrum der Versammlung standen Wahlen. Hermann Herger stellte sich nach elf Jahren im Bürgerrat – davon sechs Jahre als Präsident – nicht mehr für eine weitere Amtsdauer zur Verfügung. Zudem trat auch Verwalterin Linda Gisler-Hänsli nach fünf Jahren nicht mehr zur Wiederwahl an. Stattdessen wählten die Anwesenden mit Heidi Herger und Monika Feubli zwei Frauen neu in den Bürgerrat. Erwin Gisler wurde weiter zum Vizepräsidenten gewählt und Elias Bricker zum neuen Präsidenten. Das fünfte Bürgerratsmitglied, Alex Zgraggen, stand turnusgemäss nicht zur Wahl. Überdies löst Stefan Ziegler nun Franz Gisler als Rechnungsrevisor ab.
Wasserversorgung auf dem Franzen wird erneuert
Linda Gisler präsentierte die Jahresrechnung 2025 der Bürgergemeinde sowie das Budget 2026. Aufgrund grosser Investitionen in den vergangenen Jahren, gestiegenen Kosten im Strassenunterhalt sowie fehlenden Erträgen sind die flüssigen Mittel der Bürgergemeinde stark zurückgegangen. Nun ist Sparen angesagt.
Präsident Hermann Herger informierte über die verschiedenen Tätigkeiten der Bürgergemeinde in den vergangenen Monaten. So hat die Bürgergemeinde im Sommer 2025 auf der Alp Franzen – mit Unterstützung von Zivildienstleistenden – erneut an der Erneuerung der Wasserversorgung gearbeitet. Auch ein Einbruch in den Forstwerkhof sorgte im vergangenen Jahr für Umtriebe. Zudem beschäftigte 2025 insbesondere der Unterhalt verschiedener Strassen sowie dessen Finanzierung den Bürgerrat.
Forst Urnersee erlebte turbulentes Jahr
Elias Bricker, Mitglied der Betriebskommission Forst Urnersee, präsentierte den Jahresabschluss 2025 sowie das Budget 2026 des Revierbetriebs Forst Urnersee. Er verschwieg nicht, dass im vergangenen Jahr nicht alles rund gelaufen sei. Die Turbulenzen und Ungereimtheiten in den Jahren 2024 und 2025 schlagen nun auch finanziell zu Buche. Nach dem Abgang des Försters im Frühsommer 2025 übernahm Philipp Achermann von der Oberallmeind-Korporation Schwyz (OAK) die Betriebsleitung ad Interim, ehe im Oktober Jan Herzog als neuer Revierförster bei Forst Urnersee startete. Elias Bricker sprach Philipp Achermann nochmals den grössten Dank aus. Besonders dankte er aber dem Personal von Forst Urnersee, das in einer schwierigen Zeit grossartige Arbeit geleistet hatte und dabei viel Verantwortung übernehmen musste. Der neue Revierförster Jan Herzog informierte zudem mit einer abwechslungsreichen Bildpräsentation über die Tätigkeiten des Betriebs Forst Urnersee.
Gruonwald-Ordnung wird überarbeitet
Bürgerrat Elias Bricker informierte zudem auch über die Tätigkeiten der so genannten Gruonwald-Korporation. Die eigenständige, über 350-jährige Körperschaft wird von den drei Bürgergemeinden Altdorf, Flüelen und Bürglen verwaltet. Derzeit ist die Gruonwald-Kommission daran, die so genannte Gruonwald-Ordnung zeitgemäss zu überarbeiten und der gelebten Praxis anzupassen. Dazu ist im Oktober ein Austausch mit den betroffenen Älplerinnen und Älplern geplant.
Weiter informierte Elias Bricker in seiner Funktion als Korporationsrat über einige aktuelle Geschäfte der Reussdelta-Kommission und der Korporation Uri. Insbesondere machte er auch auf die diesjährige Bürgeraktion der Korporation Uri aufmerksam: Während rund drei Monaten werden die Korporationsbürgerinnen und Korporationsbürger kostenlos mit dem Bus von Göschenen in die Göscheneralp fahren können.
Holzbank für langjährigen Forstwart
Am Schluss der Versammlung gab es eine ganze Reihe von Verabschiedungen. Zuerst wurde die Arbeit des abtretenden Rechnungsrevisor Franz Gisler verdankt. Während insgesamt 34 Jahren hatte er eine ganze Reihe von Funktionen bei der Bürgergemeinde inne. So war er von 1992 bis 2006 im Bürgerrat, von 1998 bis 2006 Präsident. Seit 2007 amtete er als Revisor. Seine Arbeit wurde mit Applaus verdankt.
Weiter verlässt Wendelin Gisler den Flüeler Wald und nimmt eine körperlich weniger intensive Stelle an. Seit 2000 arbeitete er bei der Korporationsbürgergemeinde Flüelen, seit 2024 bei Forst Urnersee. Das Team von Forst Urnersee widmete ihm nun eine Holzbank bei der Stutzegg-Hütte. Zudem wurde auch seine Yvonne Gisler verabschiedet, die seit 2017 für die Reinigung des Werkhofs zuständig war.
Ebenfalls mit je einem Präsent verabschiedet wurden Verwalterin Linda Gisler, die auch für die Allmendgärten zuständig war, und Bürgerratspräsident Hermann Herger. Der abtretende Präsident hatte während seiner Amtszeit insbesondere den Neubau des Forstwerkhofs und den Umbau der Alphütte Franzen forciert, so dass sich die Gebäude der Korporationsbürgergemeinde heute in einem ausgezeichneten Zustand befinden.