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Judith Gisler trat nach fünfzehn Jahren als Bürgerrätin zurück. Die Flüeler Korporationsbürgergemeinde stimmte zudem einem Anbau beim Werkhof und einem Strassensanierungsprojekt zu.

Am Donnerstagabend, 5. Mai 2022, fand im Forstwerkhof die jährliche Versammlung der Korporationsbürgergemeinde Flüelen statt. Daran nahmen rund 40 interessiere Bürgerinnen und Bürger teil. Im Zentrum stand eine Ersatzwahl: Judith Gisler gab nach fünfzehn Jahren im Bürgerrat ihren Rücktritt bekannt. Die Verwalterin der Bürgergemeinde war seit 2007 im Rat tätig und vertrat seither gleichzeitig die Flüeler Interessen in der Gruonwald-Korporation (Altdorf, Flüelen, Bürglen). Überdies sass sie acht Jahre im Urner Korporationsrat. Der Bürgerrat und die Anwesenden dankten ihr für ihre stets pflichtbewusste Arbeit mit einem grossen Applaus und überreichten ihm ein kleines Präsent.

Anstelle von Judith Gisler wählte die Versammlung neu Erwin Gisler in den Bürgerrat. Überdies wurden die bisherigen Mitglieder bestätigt. Somit stellt sich der Bürgerrat nun wie folgt zusammen: Hermann Herger (Präsident), Karl Bricker (Vizepräsident), Linda Gisler-Hänsli (neu als Verwalterin, bisher Mitglied), Elias Bricker (Mitglied) und Erwin Gisler (Mitglied). Ebenfalls wiedergewählt wurde der zweite Revisor Franz Gisler.

Waldstrassen werden erneuert

Die Flüeler Bürger mussten an der Versammlung gleich über drei Kreditbegehren befinden. So genehmigte die Versammlung ein Gesamtprojekt für Strassensanierungen im Umfang von 140'000 Franken, wovon für die Bürgergemeinde Restkosten in der Höhe rund 35'000 verbleiben werden. Damit soll in einer ersten Phase die bergseitige Böschung im Bereich Brischegg saniert werden, an der sich im vergangenen Winter ein kleiner Erdrutsch ereignet hat. Anschliessend werden der Maschinenweg Kohlplatz-Adermanigkehr sowie die Strasse Gruonbergli-Rüteliegg saniert. Dabei wird einerseits die Verschleissschicht erneuert, andererseits werden zusätzliche Regenrinnen angebracht.

Die Stimmbürger hiessen zudem einen Kredit von 60'000 Franken gut. Dabei sollen beim Werkhof zwei gedeckte Unterstände angebaut werden. Dank diesen soll das Forstpersonal künftig bei Regenwetter unter dem Dach Sägearbeiten verrichten können, was im Werkhof nur bedingt möglich ist. Zudem ist geplant, einen Verkaufskiosk für Waldprodukte einzurichten. Überdies stimmten die Bürger einem Kredit von 15'000 Franken für die Anschaffung eines Spaltautomaten für die Brennholzaufbereitung zu.

Rechnungen schliessen positiv ab

Verwalterin Judith Gisler präsentierte die Rechnungen für das Jahr 2021. Die Waldrechnung schloss mit einem Plus von rund 61’100 Franken viel besser ab als budgetiert. Die Bürgerrechnung verzeichnete ebenfalls mit Mehreinnahmen von rund 7'700 Franken. Die Versammlungsteilnehmer hiessen die beiden Rechnungen, welche von den beiden RPK-Mitgliedern Peter Ziegler und Franz Gisler kontrolliert worden waren, diskussionslos gut.

Bürgerrat Elias Bricker, Präsident der Revierkommission Urnersee, orientierte über die Bestrebungen der Bürgergemeinden Altdorf, Flüelen und Sisikon, einen gemeinsamen Forstbetrieb zu gründen. «Das Forstpersonal der drei Gemeinden ist inzwischen zu einem guten Team zusammengewachsen», sagte Bricker. Nun müssten die drei Bürgergemeinden bei der Waldbewirtschaftung auch administrativ noch besser zusammenspannen. Ein Projektteam arbeite derzeit an der Form eines künftigen Forstbetriebs. Zudem plant die Revierkommission Urnersee ein Projekt zur Bekämpfung von Neophyten, welche in den vergangenen Jahren einigen Urner Schutzwäldern arg zugesetzt haben. Da viele dieser Neophyten aus privaten Grundstücken in den Wald gelangen, sollen diese bereits in den Gärten eliminiert werden. In erster Linie sollen die Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer sensibilisiert werden.

Flüeler Wald wird zum Forschungsobjekt

Bürgerratspräsident Hermann Herger informierte die Versammlung über die wichtigsten Geschäfte im vergangenen Jahr. So konnte die Bürgergemeinde eine neue Garderobe für das Personal im Werkhof einrichten. Dies wurde nötig, weil das Forstpersonal der Bürgergemeinden Sisikon, Flüelen und Altdorf den Werkhof Flüelen inzwischen als zentralen Ausgangspunkt nutzt. Zudem seien die Allmendgärten derzeit bei den Urnerinnen und Urnern sehr gefragt, wodurch es inzwischen wieder eine Warteliste gäbe.

Revierförster Lorenz Jud und Forstwart Wendelin Gisler informierten die Versammlung zudem anhand von Bildern über den sehr arbeitsreichen und interessanten Arbeitsalltag im Forstrevier Urnersee. Überdies orientierte Jud, dass die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL im Gebiet Chaltenbrunnen ein langjähriges Forschungsprojekt durchführe, um die Verjüngung der Gebirgswälder zu untersuchen.